Ahornblätter aus Papier, Äste aus Kork und ein Wertebaum im Besprechungsraum: Wie das Team des Pflegeheims in Neustadt/Waldnaab das Leitbild der Caritas mit Leben füllt

Ein Baum sorgt derzeit für viel Aufmerksamkeit im Besprechungsraum des Caritas Pflegeheims St. Martin in Neustadt an der Waldnaab. Das neue Projekt, das vor Kurzem offiziell eröffnet wurde, ist mehr als nur ein Blickfang: Der sogenannte Wertebaum soll den Teamzusammenhalt stärken, gemeinsame Werte sichtbar machen und das caritative Leitbild im Arbeitsalltag präsent halten.
Die Idee für das Projekt stammt von Pflegedienstleiterin Sophia Schreffl. In Zusammenarbeit mit dem Kleinunternehmer HF Laser wurde der Baum aus Sperrholzplatten und Kork gefertigt, ausgelasert und an der Wand angebracht. Seither zieht er die Blicke auf sich – und regt zum Nachdenken an.
Der Baum steht symbolisch für vieles, was das Miteinander im Pflegeheim ausmacht: Wachstum und Beständigkeit, individuelle Gedanken und Fähigkeiten, neue Teammitglieder und gemeinsames Lernen. Die am Baum angebrachten Hände tragen die Botschaft „Hand drauf, da gehöre ich dazu“ und sollen das Gefühl von Zugehörigkeit und Gemeinschaft stärken.
Künftig wird der Wertebaum fester Bestandteil aller Teamsitzungen sein. Als wiederkehrendes Ritual soll er die Mitarbeitenden daran erinnern, was sie verbindet und welche Werte ihre tägliche Arbeit prägen. Gleichzeitig bietet er Raum für neue Ideen aus dem Team und soll den offenen Austausch fördern.
Zum Auftakt des Projekts beschäftigten sich die Mitarbeitenden intensiv mit ihren persönlichen und gemeinsamen Werten. Nach einführenden Atemübungen mit F. Müller, die helfen sollten, zur Ruhe zu kommen und den Gedanken freien Lauf zu lassen, reflektierten die Teilnehmenden zunächst ihre individuellen Werte für die Arbeit im Altenheim. Anschließend wurden in Kleingruppen gemeinsame Werte erarbeitet.

Dabei wurden die Gruppen bewusst bereichsübergreifend zusammengestellt: Mitarbeitende aus Pflege, Verwaltung, Hauswirtschaft und Küche kamen miteinander ins Gespräch. Die Leitfragen waren für alle gut sichtbar auf Plakaten festgehalten und dienten als Orientierung für die Diskussionen.
Schon nach kurzer Zeit zeigte sich, wie wertvoll dieser Austausch war. Aus anfänglicher Zurückhaltung entwickelte sich ein lebendiges Gespräch über unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Erwartungen. Die Mitarbeitenden hörten einander zu, tauschten Gedanken aus und gewannen ein besseres Verständnis füreinander.
Genau dieses gegenseitige Verständnis soll langfristig gestärkt werden. Der Wertebaum erinnert künftig an die gemeinsamen Grundsätze und daran, dass gute Zusammenarbeit von Respekt, Offenheit und Wertschätzung lebt. Wie sich das neue Ritual weiterentwickelt, wird sich in den kommenden Teamsitzungen zeigen.
Die ersten Rückmeldungen aus dem Team fallen jedenfalls positiv aus. „Es war schön und man kam miteinander in Kontakt“, lautete ein häufig genanntes Fazit. Viele Mitarbeitende berichteten zudem von einem verständnisvolleren Umgang miteinander nach dem gemeinsamen Austausch – ein Ergebnis, das ganz im Sinne des neuen Wertebaums ist.
