Sehnsucht Leben

Vier Frauen mit Hund in Innenraum
Wünsche erfüllen – das ist das Ziel des Studierenden-Projekts „Sehnsucht Leben“. Die Studierenden Luisa Sachi (li.) und Anna Schüller (re.) sowie die Hundehalterin Corinna Geier erfüllten den Wunsch „Hundebesuch“ der Bewohnerin Waltraud Stecker.

Im Aufenthaltsraum des Caritas Alten- und Pflegeheims Elisabethinum in Regensburg herrscht Heiterkeit. Eine Golden-Retriever-Hündin läuft schwanzwedelnd zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern umher, legt auf Kommando die Pfoten auf einen Rollstuhl und zaubert mit ihren Kunststücken strahlende Gesichter. Neugierig schnuppert Besuchshund Nala nach den mitgebrachten Leckerlis – und genießt die Streicheleinheiten.

 

Eisessen, Spieleabend, Konzertbesuch

 

Hinter dem Hundebesuch steckt das Studierenden-Projekt „Sehnsucht Leben“, das auf Wunsch einer Bewohnerin die Aktion organisierte. Das Ziel: Den älteren Menschen kleine und große Herzenswünsche erfüllen und besondere Momente im Alltag schaffen. Im Oktober 2024 rief die Studierende Anja Thiele das Projekt in Regensburg ins Leben – und wandte sich für die Umsetzung an die Caritas. Mittlerweile sind rund zehn Studierende aus verschiedenen Studienrichtungen der Universität Regensburg engagiert.

 

Die Wünsche der Seniorinnen und Senioren sind hierbei vielfältig: „Von gemeinsamem Eisessen über Spieleabende bis zu Besuchen von Fußballspielen oder Konzerten – oder eben ein Hundebesuch“, erklärt die Studierende Antonia Fleder. Dabei zählt nicht nur die Aktivität, sondern vor allem der persönliche Austausch und der enge Kontakt zu den Bewohnenden. „Die jungen Menschen bringen frischen Wind in den Alltag und zeigen den Bewohnerinnen und Bewohnern, dass sie ein wertvoller Teil der Gesellschaft sind und ihre Wünsche zählen“, so die Einrichtungsleitung Susanne Fuhrmann-Gores.

 

Caritas verbindet Generationen

 

Die Caritas Deutschland startete das Jahr unter dem Kampagnenmotto „Zusammen geht was – Caritas verbindet Generationen“ – im Elisabethinum wird es gelebt. Einmal im Monat trifft sich die Studierendengruppe, um die vergangenen Wochen zu reflektieren: Welche Wünsche wurden erfüllt? Welche stehen noch aus? Wo braucht jemand Unterstützung? Anschließend gehen die jungen Leute durchs Haus, sprechen mit den Bewohnenden und hören ihnen zu.

 

Tiere berühren, die Hände in weiches Fell vergraben – das wünschten sich die Seniorinnen und Senioren. Nala sucht von selbst die Nähe einzelner Bewohner, legt ihren Kopf sanft auf deren Schoß oder schmiegt sich an sie. „Sie spürt, wer ihre Nähe am dringendsten braucht“, erklärt ihre Halterin Corinna Geier. Für die Anwesenden sind es innige Augenblicke von unschätzbarem Wert.

 

Der Hundebesuch beruht auf ehrenamtlichem Engagement. Fallen einmal Kosten für einen Wunsch an, übernimmt die Caritas diese aus Spendenmitteln, sodass die Bewohnenden nichts zahlen müssen. „Viele können kaum glauben, dass all dies für sie organisiert wird und sie nichts bezahlen müssen. Es ist besonders schön zu sehen, wie groß die Freude und Dankbarkeit sind, wenn ihr Wünsche erfüllt werden“, sagt Fleder.

 

Der Austausch zwischen den Generationen schafft Verbindungen, die über den Moment hinauswirken. Die Studierenden betonen: „Mit unserem Engagement möchten wir dazu beitragen, dass die Würde im Alter bewahrt bleibt und den Bewohnern ein Stück Freiheit und Lebensqualität zurückgegeben wird“.

Sehnsucht Leben

Vier Frauen mit Hund in Innenraum
Wünsche erfüllen – das ist das Ziel des Studierenden-Projekts „Sehnsucht Leben“. Die Studierenden Luisa Sachi (li.) und Anna Schüller (re.) sowie die Hundehalterin Corinna Geier erfüllten den Wunsch „Hundebesuch“ der Bewohnerin Waltraud Stecker.